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Die Zukunft der IT-Berufe

BIBB startet Online-Befragung zur möglichen Novellierung der Ausbildungsberufe

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) prüft aktuell den Modernisierungsbedarf der vier dualen IT-Berufe Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau sowie Informatikkaufmann/-frau. Ziel dieses im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführten Projekts ist es, die aktuellen und künftigen Anforderungen an IT-Fachkräfte zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die weitere Ausgestaltung der IT-Berufe zu erarbeiten.

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Um eine möglichst breite Beteiligung an diesem Prozess zu gewährleisten, hat das BIBB jetzt eine Online-Befragung gestartet. Die Befragung richtet sich vor allem an Betriebe, die in diesen Berufen ausbilden, ausgebildet haben oder eine Ausbildung planen. Angesprochen sind das Leitungspersonal, Personal- und Ausbildungsverantwortliche, IT-Fachkräfte, Auszubildende, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Berufsschullehrer/-innen. Die Umfrage ist ab sofort im Internet unter der Adresse https://uzbonn.de/it-berufe-aktuell zu erreichen. Sie endet am 25. Mai 2016. Die Ergebnisse der Online-Befragung fließen in den Abschlussbericht des Projekts ein, mit dessen Veröffentlichung im Herbst 2016 zu rechnen ist.

Die Einführung der vier IT-Berufe im Jahr 1997 war eine Erfolgsgeschichte in der dualen Berufsausbildung. Seither wurden rund 200.000 Fachkräfte ausgebildet. Die hohe Attraktivität der Ausbildung liegt insbesondere in der Kombination von breit angelegten gemeinsamen Kernqualifikationen mit profilgebenden Fachqualifikationen. Mit ihrer flexiblen Struktur und dem an der betrieblichen Praxis ausgerichteten Prüfungsmodell erfüllten die IT-Berufe lange Zeit die Anforderungen der Betriebe und schufen für die Absolventinnen und Absolventen gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Zahl der in diesen Berufen jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt bei rund 15.000, wobei insbesondere der Beruf des Fachinformatikers/der Fachinformatikerin großen Zuspruch erfährt.

Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt verändern sich jedoch zunehmend die Anforderungen an die Beschäftigten. Ausschlaggebend hierfür sind nicht nur technische Entwicklungen im Bereich der Hard- und Software sowie der Datenspeicherung, Datenübertragung und IT-Sicherheit, sondern auch neue integrierte Ansätze und Schnittstellen zwischen Informations- und Produktionstechnik. Hier entstehen zum Teil neue und sehr komplexe Aufgaben für IT-Fachkräfte mit der Folge, dass Schnittstellenkompetenzen zwischen den Bereichen Informatik, Betriebswirtschaft, Kommunikation und Mediengestaltung an Bedeutung gewinnen.

https://www.bibb.de, Pressemitteilung 18/2016

Große Mehrheit für bundesweites Anerkennungssystem für Kompetenzen

Ergebnisse des BIBB-Expertenmonitors zum informellen und non-formalen Lernen

Dem informellen und non-formalen Lernen in Deutschland kommt eine hohe Bedeutung zu. Drei von vier Berufsbildungsexpertinnen und -experten wünschen sich eine stärkere Würdigung individueller Lernergebnisse, die außerhalb von Schulen, Ausbildung oder Hochschulen erworben werden. 70 % der befragten Expertinnen und Experten sprechen sich für ein deutschlandweit einheitliches Anerkennungssystem aus. Dies sind Ergebnisse einer Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung unter mehr als 300 Berufsbildungsfachleuten im Rahmen des „BIBB-Expertenmonitors Berufliche Bildung“.

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Mehr als 80 % der Befragten aus Arbeitnehmerorganisationen, Forschung und Weiterbildung befürworten ein bundesweites Anerkennungssystem für berufliche Kompetenzen. Auch bei Befragten aus Betrieben (rund 73 %) und Kammern (rund 62 %) findet diese Forderung eine Mehrheit. Lediglich die befragten Vertreterinnen und Vertreter aus Arbeitgeberorganisationen und Schulen äußern sich zurückhaltender (rund 48 beziehungsweise rund 50 % Zustimmung). BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser betont: „Um bislang ungenutzte Potenziale zu erschließen, benötigen wir für Menschen, die auf informellem Weg Kompetenzen erworben haben, verbesserte Möglichkeiten der formalen Anerkennung. Für eine solche Kultur der Anerkennung ist aber ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln aller am Bildungsprozess beteiligter Akteure erforderlich.“

Drei von vier Befragten betonen, dass sich durch eine verbesserte Anerkennung des informellen und non-formalen Lernens die beruflichen Chancen des Einzelnen verbessern lassen. Dies träfe insbesondere auf An- und Ungelernte zu. „Fehlende formale Qualifikationsnachweise sind gerade für Menschen ohne Abschluss oder Geringqualifizierte eine oft unüberwindbare Hürde auf dem Weg ins Berufsleben, obwohl sie Fachkenntnisse und Erfahrung besitzen. Ein einheitliches Anerkennungssystem für informelle Kompetenzen hilft vor allem den Menschen, die ihre Fähigkeiten bisher nicht auf dem Papier nachweisen können“, erklärt Dr. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Nach Meinung der Autorengruppe verbessert ein solches Anerkennungssystem auch die Chancen auf qualifizierte Beschäftigung für geflüchtete Menschen, die häufig keine formal anerkannten Kompetenzen mitbringen. Aber nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Betriebe können nach Auffassung der Expertinnen und Experten von einer verbesserten Anerkennung profitieren. Rund 60 % der Befragten aus Betrieben gehen davon aus, dass dies eine sinnvolle Maßnahme darstellt, um dem erwarteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Bisher eingesetzte Instrumente zur Kompetenzerfassung, wie der ProfilPASS, basieren größtenteils auf Selbsteinschätzungen und werden von den Fachleuten als unzureichend kritisiert. Auch die sogenannte Externenprüfung zur Erfassung der Fertigkeiten kann noch nicht überzeugen. Die Expertinnen und Experten plädieren bei der Kompetenzerfassung und -bewertung daher für die Nutzung von Arbeitsproben und Testverfahren. Referenzen und Zeugnisse seien dagegen weniger aussagekräftig.

Für knapp 40 % der Expertinnen und Experten sollte eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu einem anerkannten Zertifikat führen, das einem formalen Berufsabschluss gleichgestellt ist. Eine große Mehrheit der Befragten befürwortet zudem die Anerkennung von Teilqualifikationen und sieht eine Leistung der Anerkennungsverfahren unter anderem darin, Prüfungszugangsberechtigungen zu erwerben. Mit der Zertifizierung informellen und non-formalen Lernens sollte nach einhelliger Meinung der Fachleute ein „glaubwürdiger Akteur“ beauftragt werden, um die Akzeptanz und Nutzung dieser Zertifikate auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Begleitet werden sollte das Anerkennungsverfahren durch eine umfassende Beratung sowie eine finanzielle Förderung finanzschwacher Zielgruppen. Dabei sprechen sich die Fachleute mehrheitlich für einen Mix aus finanzieller Selbstverantwortung der Teilnehmenden sowie einer Bezuschussung durch die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft aus.

Der Rat der Europäischen Union hat in einem Beschluss vom Dezember 2012 eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten ausgesprochen, bis zum Jahr 2018 nationale Regelungen für eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu entwickeln. Dass dies bis 2018 in Deutschland tatsächlich realisiert wird, bezweifeln über 70 % der Fachleute.

Die BIBB-Befragung erfolgte im August/September 2015 innerhalb des „Expertenmonitors Berufliche Bildung“. Hierbei handelt es sich um ein etabliertes Online-Befragungssystem des BIBB mit dem Ziel, Meinungen von Berufsbildungsfachleuten zu aktuellen Fragestellungen einzuholen und diese in die bildungspolitische Diskussion einzubringen.

https://www.bibb.de, Pressemitteilung 15/2016

Aus Meister-BAföG wird familienfreundliches Aufstiegs-BAföG

Bundestag beschließt Novelle des AFBG / Wanka: „Eine hervorragende Chance für jene, die mit Familie mitten im Leben stehen“

Der Bundestag hat heute in dritter Lesung die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) beschlossen. Mit der Novelle werden die AFBG-Förderleistungen deutlich verbessert. Zusätzlich wird die AFBG-Förderung auf Bachelorabsolventinnen und -absolventen und Zugänge zur Fortbildungsprüfung ohne Erstausbildungsabschluss erweitert.

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„Wir setzen mit der Novelle des AFBG ein klares familienfreundliches Zeichen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Die Fortbildungen zur Meisterin, Fachwirtin oder zum Erzieher mit AFBG-Förderung sind eine hervorragende Aufstiegschance für jene, die mit Familie bereits mitten im Leben stehen. Deshalb haben wir besonders die AFBG-Leistungen für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger mit Familie ausgebaut sowie die zeitliche Flexibilität während der Förderung erhöht.“

Ab dem 01. August wächst mit der Novelle für AFBG-Geförderte in Vollzeitlehrgängen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher der AFBG-Zuschussbetrag bei der AFBG-Unterhaltsförderung von 238 auf 333 Euro. Der restliche Förderbetrag bis zum monatlichen Budget von zukünftig 768 Euro steht als zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Bei einem verheirateten Geförderten mit zwei Kindern ist der Schritt beim maximalen Zuschussbetrag von 448 Euro auf 711 Euro bei einem Budget von zukünftig 1.473 Euro noch größer (plus 59 Prozent).

245 Millionen Euro zusätzlich werden alleine in den nächsten vier Jahren eingesetzt. Gemessen an 2005 haben sich mit dieser Novelle die jährlich eingesetzten Mittel für das AFBG mehr als verdoppelt.

Mit dem AFBG werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung altersunabhängig finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. 2014 wurden rund 172.000 Personen mit AFBG unterstützt. Seit Bestehen des Meister-BAföG (1996) konnten rund 1,7 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern und Ausbildern für Fachkräfte von morgen mit einer Förderleistung von insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro ermöglicht werden.

https://www.bmbf.de, Pressemitteilung 022/2016

Ausbildungsbilanz 2015 liegt vor

Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge gestiegen / Wanka: „Ausbildungschancen für junge Menschen haben sich verbessert“

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ergebnisse der Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2015 vorgelegt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr mit 522.200 gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.100 auf 503.200, hingegen ging die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge um 1.200 auf 19.000 zurück. Rechnerisch standen 100 ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen 103,7 Ausbildungsangebote und damit mehr als in den Vorjahren gegenüber.

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Auf der anderen Seite waren bei der Bundesagentur für Arbeit im September 2015 noch 41.000 Ausbildungsstellen als unbesetzt gemeldet. Dies waren 3.900 mehr (+ 10,4 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber ist mit 20.700 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (- 0,8 Prozent). Auch die Zahl der Bewerber, die eine Alternative zu einer Ausbildung begonnen haben, aber unabhängig davon weiterhin nach einer Ausbildungsstelle suchen, liegt mit 60.100 unter dem Vorjahresniveau (- 0,4 Prozent). Zudem ging die Zahl der Altbewerber, die sich bereits in einem der letzten fünf Jahre um eine Ausbildung bemüht hatten, auf 201.500 (- 2,7 Prozent) zurück.

„Die Ausbildungschancen für junge Menschen in Deutschland haben sich weiter verbessert. Bei den Jugendlichen genießt die duale Berufsausbildung nach wie vor eine hohe Wertschätzung. Das zeigt die stabile Zahl der neu abgeschlossenen Verträge“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt sind weiterhin eine große Herausforderung. Regionen mit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen stehen Regionen gegenüber, in denen es Jugendliche besonders schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Betriebe und Auszubildende besser zusammenzubringen, wird ein Schwerpunkt der Arbeit in der Allianz für Aus- und Weiterbildung sein.

Die Ausbildungsbetriebsquote ist 2014 nach Berechnungen des BIBB auf Grundlage der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2013 gesunken und erreichte einen Wert von 20,3 Prozent. Wie schon im Vorjahr ist dieser Rückgang fast ausschließlich auf den rückläufigen Bestand an Ausbildungsbetrieben im kleinstbetrieblichen Bereich zurückzuführen. „Hier werden wir mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus aktiv und fördern regionale Projekte, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der betrieblichen Ausbildung unterstützen. Damit wollen wir einen Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen leisten und so dem Trend zu einer sinkenden Ausbildungsbetriebsquote entgegen wirken“, sagte Wanka.

Die BIBB-Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird jährlich in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Dabei werden die Ausbildungsverträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/ausbildungsbilanz-2015-liegt-vor-2220.html

Größtes europäisches Forschungszentrum für IT-Sicherheit gegründet

Bund und Land Hessen stärken Forschung zur IT-Sicherheit in Darmstadt / Wanka: „Wir wollen, dass das Internet zuhause und unterwegs sicher ist“

In Darmstadt entsteht das größte europäische Kompetenzzentrum für IT-Sicherheitsforschung in Europa – das „Center for Research in Security and Privacy“ (CRISP). Die Bundesregierung und das Land Hessen vereinigen hierfür ihre bisherigen Darmstädter Zentren „European Center for Security and Privacy by Design“ (EC-SPRIDE) und „Center for Advanced Security Research Darmstadt“ (CASED). Das CRISP wird seinen Forschungsschwerpunkt auf „Security at Large“ legen, somit neue Methoden und Lösungsansätze für die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre in sehr großen komplexen und vernetzten Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert CRISP in den kommenden vier Jahren mit rund 17 Millionen Euro, das Land Hessen wird bis 2018 knapp neun Millionen Euro zusätzlich investieren. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten heute Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier an der Technischen Universität in Darmstadt.

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„Wir wollen das Internet und die praktischen digitalen Dienste zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs sicher nutzen können, ohne dabei ungewünscht persönliche Daten preiszugeben. Dafür brauchen wir Schutzmöglichkeiten, die zuverlässig und einfach zu bedienen sind“, sagte Bundesministerin Wanka bei der Unterzeichnung. Darmstadt habe sich zum größten Standort für Forschung zur IT-Sicherheit in Deutschland und Europa entwickelt und sich ein hervorragendes Renommee erarbeitet, so Wanka.

An dem neuen Zentrum forschen rund 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den Themen IT-Sicherheit und Schutz der Privatsphäre. Im Zentrum der Arbeiten stehen beispielsweise sichere Internet-Infrastrukturen und Web-Anwendungen. Forscher des EC SPRIDE entwickelten unter anderem ein Instrument, das schwierig zu entdeckende sogenannte schlafende Schadsoftware auf Android-Systemen in Sekundenschnelle enttarnt.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Aktivitäten von Bund und Land in einem international sichtbaren Zentrum zusammenzufassen“, betonte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „Wir werden den Standort als national und international sichtbaren Hotspot der Spitzenforschung im Bereich der IT-Sicherheit weiter gemeinsam ausbauen und auch in Zukunft die exzellenten Forschungskapazitäten vor Ort bündeln.“

Am CRISP sind neben der Technischen Universität Darmstadt auch die Fraunhofer-Institute für Sichere Informationstechnologie SIT und für Graphische Datenverarbeitung IGD sowie die Hochschule Darmstadt beteiligt.

CRISP ist eines von drei Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung, die vom BMBF seit 2011 mit insgesamt rund 8,4 Millionen Euro gefördert worden sind. Die Kompetenzzentren in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe haben sich zu wichtigen und erfolgreichen Impulsgebern in der IT-Sicherheit entwickelt. Aus diesem Grund erhöht das BMBF seine Förderung der Zentren auf rund 40 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre. Die Kompetenzzentren sind Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015 – 2020“. Das Programm setzt die Ziele der „Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland“ um, mit der die Bundesregierung aus Ideen Innovationen macht und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpft.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/groesstes-europaeisches-forschungszentrum-fuer-it-sicherheit-gegruendet-2023.html

Master oder Meister?

Ein Gastkommentar zur Attraktivität der beruflichen Bildung von Bundesministerin Johanna Wanka im „Handelsblatt“ vom 14.10.2015.

In den letzten Monaten haben wieder viele junge Menschen nach dem Schulabschluss ihre Bildungsentscheidung getroffen: Hochschule oder Ausbildung? Verspricht der eine Weg bessere Chancen als der andere?

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Die Erwerbslosenquote bei Hochschulabsolventen lag 2013 nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei 2,5 Prozent – die Gesamtquote hingegen betrug 5,4 Prozent. Und ein Hochschulabsolvent verdient in Deutschland laut OECD über 80 Prozent mehr als jemand mit einem Abschluss im Sekundarbereich II, also Abitur oder einer Berufsausbildung.

Genauso attraktiv ist aber eine Karriere im beruflichen System. Vor allem wenn man mit einem Abschluss zum Meister, Fachwirt oder Techniker ein Niveau erreicht, das einem Hochschulabschluss vergleichbar ist. Hier liegt die Erwerbslosenquote seit 2012 kontinuierlich sogar noch unter der für Hochschulabsolventen, 2013 waren es nur zwei Prozent. Meister verdienen laut OECD knapp 50 Prozent mehr als jemand mit einem Abschluss im Sekundarbereich II.

Die entscheidende Ziffer für die Zukunft unseres gesamten Bildungs- und Qualifizierungssystems ist für mich die der Schulanfänger. Deren Zahl lag im vergangenen Jahr um knapp 14 Prozent unter der von 2004/2005.

Das bedeutet: Die Zeiten, in denen auf der einen Seite Arbeitgeber und Träger sich bei der Besetzung ihrer Angebote auf die Auswahl konzentrieren und auf der anderen Seite die Hochschulen sich auf das „Aussieben“ der ihnen zugeteilten jungen Menschen beschränken konnten, dürften bis auf weiteres vorbei sein.

An den Hochschulen sehe ich eine Dynamik wie seit der Bildungsexpansion der siebziger Jahre in Westdeutschland nicht mehr. Der Bund hilft den Ländern mit Milliarden über die Hochschulpakte oder die vollständige Finanzierung des Bafögs bei der Verbesserung der Qualifizierungsangebote an Hochschulen.

Im dualen System sind die Betriebe die Anbieter von Berufsausbildungen. Während Weiterbildung zu 70 Prozent von den Betrieben gefördert wird, werden die aufwendigen – und oft mehrjährigen – Aufstiegsqualifizierungen zu weniger als zehn Prozent finanziell von den Arbeitgebern unterstützt. Bei der Finanzierung einer solchen Aufstiegsfortbildung einschließlich des Lebensunterhalts – wenn für eine Vollzeitfortbildung die Berufstätigkeit unterbrochen werden muss – helfen Bund und Länder seit 1996 daher mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), dem sogenannten Meister-Bafög. Seither wurden rund 1,7 Millionen berufliche Aufstiege zu Fachkräften, Führungskräften und selbstständigen Unternehmern mit insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro ermöglicht.

An diesem Mittwoch werde ich dem Bundeskabinett eine Novelle des Meister-Bafögs mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro allein bis 2019 vorschlagen. Damit möchte ich die Leistungen im AFBG verbessern, den Zugang erweitern, die Flexibilität erhöhen sowie die Verfahren modernisieren. Wenn das Gesetz zum August 2016 zusammen mit den Verbesserungen beim Bafög in Kraft tritt, steht dieser Qualifizierungsweg am Ende der Legislaturperiode mehr jungen Menschen als je zuvor offen.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/master-oder-meister-1784.html

Jeder vierte Azubi hat Abitur oder Fachabitur

Duale Berufsausbildung für Studienberechtigte nach wie vor attraktiv

Ein steigender Anteil der jungen Menschen erwirbt heute eine Studienberechtigung und entscheidet sich anschließend für ein Studium. Doch geht dieser „Akademisierungstrend“ zu Lasten der dualen Berufsausbildung? Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen einen Anstieg der Zahl der Studienberechtigten unter den Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag. Ihr Anteil ist laut BIBB-Analyse auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von 20 % im Jahr 2009 auf 25 % im Jahr 2013 gestiegen. Demnach hatte jeder vierte Azubi mit neuem Ausbildungsvertrag Abitur oder Fachabitur. In absoluten Zahlen waren dies im Jahr 2013 mehr als 130.000 junge Erwachsene.[spoiler]

Diese Entwicklung, so die Forscherinnen und Forscher des BIBB in ihrer Analyse „Duale Berufsausbildung – noch attraktiv für Studienberechtigte?“, ist allerdings auch auf die doppelten Abiturjahrgänge sowie den insgesamt in den letzten Jahren zu beobachtenden Trend zu höheren Schulabschlüssen zurückzuführen. Denn im gleichen Zeitraum hat auch der Anteil der Schulabgänger/-innen mit Studienberechtigung im Vergleich zur Zahl aller Schulabgänger/-innen von 31 % im Jahr 2009 auf 36 % im Jahr 2013 zugenommen.

Auffällig ist, dass sich die Berufswünsche der jungen Erwachsenen mit Hochschulreife auf wenige Ausbildungsberufe konzentrieren: Nahezu die Hälfte (46 %) aller studienberechtigten Auszubildenden mit einem neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag wählte 2013 einen von lediglich zehn Berufen, obwohl im dualen Berufsbildungssystem 328 Ausbildungsberufe zur Verfügung stehen. Die Top-10-Berufe der Studienberechtigten sind alle im Dienstleistungsbereich angesiedelt. Die Liste wird angeführt vom Industriekaufmann/-frau. Es folgen Bankkaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, Fachinformatiker/-in, Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Steuerfachangestellte/-r, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen sowie Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung. Ein Ausbildungsberuf aus dem Produktionsbereich findet sich unter diesen Top-10-Berufen nicht.

Für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser ist die Analyse ein Beleg dafür, „dass die duale Berufsausbildung auch weiterhin bei Abiturienten hoch im Kurs steht“. Nachdenklich müsse jedoch das enge Berufswahlspektrum stimmen. „Das mit Blick auf den demografischen Wandel dringend erforderliche Werben der Ausbildungsbetriebe um Studienberechtigte und Studienaussteiger darf letztendlich nicht dazu führen, dass sich diese jungen Erwachsenen in den wenigen von ihnen bevorzugten Berufen künftig noch mehr Konkurrenz machen“, betont Esser. „Alle Akteure der dualen Berufsausbildung stehen daher in den kommenden Jahren vor der großen Herausforderung, einerseits Studienberechtigte und Studienaussteiger durch attraktive Angebote und Karrierechancen auch für den Produktions- beziehungsweise handwerklichen Bereich zu gewinnen, ohne dass dies zu den befürchteten Verdrängungseffekten zu Lasten von jungen Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen führt.“

In welchem Ausmaß sich das Verhältnis zwischen Berufsausbildung und Studium verändert, zeigt auch eine weitere Analyse des BIBB. Deren Ergebnisse sind im Artikel „Mehr Anfänger/-innen im Studium als in Berufsausbildung?“, ebenfalls in der Ausgabe 4/2015 der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“, veröffentlicht.
Beide Analysen stehen als Download im Internetangebot des BIBB unter www.bwp-zeitschrift.de zur Verfügung.

Zur Zahl der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag, aufgeschlüsselt nach höchstem allgemeinbildenden Schulabschluss, s. auch BIBB-Datenreport 2015, Kap. A 4.6, www.bibb.de/datenreport