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Schnell zu den Fakten: Internetversion des Datenreports

BIBB-Daten und Analysen zu beruflicher Bildung noch leichter zugänglich

Wie entwickeln sich Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage? Wie viele Jugendliche befinden sich in einer dualen Berufsausbildung, wie viele in anderen Bildungssektoren? Wie viele Menschen bleiben ohne eine berufliche Qualifizierung? Welche künftigen Entwicklungen zum Fachkräfteengpass zeigen sich in Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen und wie verläuft die Integration von Flüchtlingen in Berufsbildung und Arbeitsmarkt? Die umfassenden Daten und Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu diesen und vielen weiteren Fragen rund um die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland sind jetzt noch leichter zugänglich: Der BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017 steht ab sofort unter www.bibb.de/datenreport auch als HTML-Version zur Verfügung.

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Die für die Nutzung am Bildschirm optimierte Internetfassung ermöglicht den schnellen Zugriff auf einzelne Kapitel und Stichworte. Zusätzliche Angebote und Funktionen wie der Download von Tabellen und Verknüpfungen innerhalb einzelner Kapitel sowie direkte Verweise auf weitere Informationsquellen erleichtern ein gezieltes und schnelles Arbeiten. Schaubilder und Tabellen sind in gesonderten Verzeichnissen leichter zu überblicken und direkt anzusteuern.

Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht der Bundesregierung wurde in diesem Jahr bereits zum neunten Mal vom BIBB herausgegeben. Er enthält umfassende Informationen und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung (Kapitel A und B), zum Schwerpunktthema „Geflüchtete und berufliche Bildung“ (Kapitel C) sowie ein Monitoring zur Internationalisierung der Berufsbildung (Kapitel D).

https://www.bibb.de, PM 37/2017 vom 05.10.2017

Berufliche Bildung gestalten – Chance nutzen

BiBB-Jahresbericht 2016 erschienen

Duale Berufsausbildung zukunftsfest zu gestalten, ist unter den aktuellen Vorzeichen von Digitalisierung, Integration Geflüchteter, dem Trend zur Akademisierung sowie den Besetzungs- und Versorgungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt eine große Herausforderung. „Ziel des BIBB ist es, die Wertschätzung für die berufliche Bildung in Deutschland zu stärken und dafür auch die Chancen der Digitalisierung zu nutzen,“ betont der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. Der BIBB-Jahresbericht 2016 informiert über ausgewählte Daten, Analysen und Programme, die hierfür wesentliche Grundlagen liefern.

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„Es gilt, die gute Position dualer Ausbildung zu verdeutlichen, nötige Qualifikations-veränderungen durch die Digitalisierung aufzuzeigen und in Berufsbilder zu integrieren. Wir müssen zudem die zu uns Geflüchteten sinnvoll an Sprache, Ausbildung und Beschäftigung heranführen und nicht nur allen hier aufgewachsenen jungen Menschen zu einer Qualifikation verhelfen, sondern auch bereits qualifizierten Menschen, die aus dem Ausland kommen und bei uns Arbeit suchen, über eine gute Anerkennungspraxis den Weg in den Arbeitsmarkt eröffnen,“ so Esser weiter.

Einige exemplarische Beispiele aus dem Jahresbericht:

Ausbildungsmarkt: Die Datenanalyse zeigt, dass die Zahl der Auszubildenden und der ausbildenden Betriebe, vor allem im kleinbetrieblichen Bereich, trotz anhaltend hoher Beschäftigung und einer hohen Zahl offener Stellen in der Wirtschaft weiter zurückgeht. Und den aktuellen Berufsprojektionen zufolge wird es bis 2035 Engpässe bei fachlichen Tätigkeiten trotz wachsender Bevölkerung sowie erhebliche Verschiebungen in der Qualifikationsstruktur der Erwerbspersonen geben.

– Für ein modernes und leistungsfähiges Ausbildungssystem und zur Weiterentwicklung der Qualität in der beruflichen Bildung ist die Initiative „Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen“ mit mehreren Projekten gestartet, die vom BIBB und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam verantwortet wird. Dabei legt beispielsweise eine Untersuchung zur Zukunft der IT-Berufe nahe, hier eine inhaltliche und strukturelle Revision vorzunehmen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben die Medienkompetenz zur vierten Schlüsselkompetenz wird. Daher gilt es insbesondere, diese Kompetenz des Lehrpersonals an Schulen und Berufsschulen sowie des Ausbildungspersonals in Betrieben weiterzuentwickeln. Zu „Wirtschaft 4.0 – Digitalisierung der Arbeitswelt“ bietet die BIBB-Themenseite www.bibb.de/de/26729.php aktuelle Informationen.

Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf: Ein BIBB-Positionspapier benennt in zehn Kernpunkten, wie es gelingen kann, jungen Geflüchteten ausge-hend von ihren Potenzialen den Zugang in eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen und sie im weiteren Verlauf zu unterstützen. Dabei gilt es, bestehende Regelungen der Flexibilisierung der dualen Ausbildung auszuschöpfen, Förderinstrumente und -konzepte von der Berufsorientierung bis zur Nachqualifizierung weiterzuentwickeln und diese mit einer durchgängigen, systematischen und berufsorientierenden Sprachförderung zu kombinieren. Unter www.bibb.de/fluechtlinge stehen weitere Informationen und Daten zur Verfügung.

Internationalisierung: Das vom BIBB betriebene Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen ist inzwischen in neun Sprachen verfügbar, die Fünf-Millionen-Besuchergrenze wurde überschritten. Seit dem vergangenen Jahr ist es außerdem deutsches Beratungszentrum für Fragen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen auf EU-Ebene. Und die Apprenticeship Toolbox, ein europäisches Online-Instrument, beschreibt die Kernmerkmale der dualen Ausbildungssysteme in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark und stellt Originalmaterial wie Gesetzgebungstexte und Muster für Ausbildungsverträge zur Verfügung (http://www.apprenticeship-toolbox.eu).

Der Jahresbericht kann im Internetangebot des BIBB kostenlos heruntergeladen werden unter Jahresbericht-2016.

https://www.bibb.de, PM 34/2017 vom 12.09.2017

Berufliche Bildung stärken

Esser: „Kleinbetriebe und Berufsschulen brauchen mehr Unterstützung!“

Politik und Wirtschaft müssen Maßnahmen und Initiativen ergreifen, um den Stellenwert der beruflichen Bildung in Deutschland zu stärken. Dies betont der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, aus Anlass des heute offiziell beginnenden Ausbildungsjahres 2017/2018. „Trotz anhaltend hoher Beschäftigung und einer neuen Rekordzahl offener Stellen in der Wirtschaft, geht die Zahl der Auszubildenden und der ausbildenden Betriebe, vor allem im kleinbetrieblichen Bereich, weiter zurück. Wir laufen damit Gefahr, den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen“, warnt Esser. „Denn die Auszubildenden von heute sind die in der deutschen Wirtschaft so dringend benötigten Fachkräfte und Meister von morgen.“

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Es komme jetzt darauf an, gerade die Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit von Klein- und Kleinstbetrieben in Handwerk und Industrie wieder zu stärken. „Diese Betriebe bilden das Rückgrat der Wirtschaft“, stellt der BIBB-Präsident fest. Angesichts des herrschenden Bildungstrends sowie der demografischen Entwicklung benötigen sie dringend mehr Unterstützung im Wettbewerb um Nachwuchs mit Hochschulen und Großbetrieben. Esser sieht hier vor allem die Selbstorganisationen der Wirtschaft gefordert, wie Kammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen, da diese nah bei den Betrieben sind, deren Vertrauen genießen und bedarfsgerechte Services und Dienstleistungen erbringen können – von der Berufsorientierung über die Ausbildungsvertragsanbahnung bis zur Ausbildungsbegleitung. Die Politik müsse dies durch die Verbesserung von Rahmenbedingungen für die Umsetzung ausbildungsunterstützender Instrumente, wie zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung oder die Assistierte Ausbildung, begleiten.

Letztendlich werden derartige Maßnahmen nach Auffassung des BIBB-Präsidenten aber ins Leere laufen, wenn es nicht gelingt, Klein- und Kleinstbetriebe sowohl als Ausbildungsbetriebe wie auch als Anbieter ansprechender Beschäftigungsperspektiven gleichermaßen mehr ins Interessensspektrum junger Leute zu rücken. Stellschrauben hierfür sind vor allem die Ausbildungsqualität, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Vergütungen sowie die Aufstiegsmöglichkeiten. „Wenn es hier nicht substanziell zu Fortschritten kommt, wird der Trend in die Hörsäle und weg von den Werkbänken anhalten.“

Parallel hierzu muss sich die Politik verstärkt dafür einsetzen, die Berufsschulen als gleichberechtigten zweiten dualen Lernort in der beruflichen Bildung wieder attraktiver zu machen. Dies reiche angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt von notwendigen Investitionen in die Ausstattung der Berufsschulen bis hin zu Initiativen zur Lehreraus- und -fortbildung. Schon jetzt zeichneten sich in den Berufsschulen große Nachwuchsprobleme ab, insbesondere in den gewerblich-technischen Fächern. „Lehrer und Lehrerin an berufsbildenden Schulen muss wieder ein attraktiver Beruf werden“, so Esser.

https://www.bibb.de, PM 28/2017 vom 01.08.2017

Zukunftsinvestitionen in Bildung und Forschung

Mit 17,6 Milliarden Euro bleibt der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Jahr 2018 auf Rekordniveau

Das Bundeskabinett hat heute den 1. Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2018 und den Finanzplan bis 2021 beschlossen. Der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird auf dem Rekordniveau von rund 17,6 Mrd. € fortgeführt. Allein in dieser Legislaturperiode wurde das BMBF-Budget um rund 4 Milliarden Euro erhöht, d.h. es ist um 27 Prozent gewachsen. Seit dem Jahr 2005 wurden die Zukunftsinvestitionen in Bildung und Forschung sogar mehr als verdoppelt. Dies ist das Resultat konsequenter Bildungs- und Forschungspolitik dieser Bundesregierung. Der Entwurf für den Haushalt 2018 führt diese Politik für die kommenden Jahre fort, ohne dabei die Gestaltung für die nächste Legislaturperiode vorwegzunehmen.

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Auf Grundlage des enormen Wachstums des BMBF-Etats ist es gelungen:

– 2015 erstmals 3 Prozent des BIP in Deutschland für Forschung und Entwicklung zu investieren. Allein 9 Milliarden Euro und damit der Löwenanteil der staatlichen Ausgaben stammen vom BMBF.

– die deutschen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen nachhaltig in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Bund ist alleiniger Garant für eine kontinuierliche Steigerung ihrer Budgets um 3 Prozent pro Jahr.

– für Hochschulen und Studierende mit rund 7,7 Milliarden Euro (2017) 34 Prozent mehr als am Ende der 17. Legislaturperiode bereitzustellen.

– die Programme der Hightech-Strategie für Forschung und Innovation mit nahezu einem Viertel mehr Mitteln als noch 2013 auszustatten. Damit stehen 2018 für die BMBF-Projekte der Hightech-Strategie insgesamt 2,55 Milliarden Euro zur Verfügung. Schwerpunkte sind Digitalisierung, Mikroelektronik, Energie- und Gesundheitsforschung.
Den Auftakt zu einem neuen Förderkonzept für strukturschwache Regionen in ganz Deutschland bildet das neue Förderprogramm „WIR! – Wandel durch Innovationen in der Region“. Dieses wird entwickelt aus der Innovationsförderung in den Neuen Ländern, die auf mehr als 160 Millionen Euro in 2018 ausgebaut wird.

– Die Mittel für die berufliche Bildung, deren Förderung die Bundesregierung besonderes Gewicht beimisst, allein in der 18. Legislaturperiode um mehr als 40 Prozent zu steigern. Für 2018 sind derzeit rund 590 Millionen Euro vorgesehen. In der beruflichen Bildung werden neben dem Aufstiegs-BAföG insbesondere das Berufsorientierungsprogramm auf dem hohen Niveau von 77 Millionen Euro fortgeführt; weitere 20 Millionen Euro sind einer speziell an Flüchtlinge adressierten Berufsorientierung gewidmet.

https://www.bmbf.de, PM 073/2017 vom 28.06.2017

Die Top-10-Ausbildungsberufe 2016

BIBB veröffentlicht Ranglisten der Neuabschlüss

Auch 2016 wurde wieder mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge in nur zehn Berufen abgeschlossen. Alter und neuer Spitzenreiter in der Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen ist der Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement. Rund 28.700 Jugendliche haben in diesem Beruf bundesweit einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Dies zeigt die Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus der Erhebung zur Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2016.

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Mit weiblichen Auszubildenden wurden 2016 die meisten Ausbildungsverträge in den kaufmännischen Berufen – Kauffrau für Büromanagement, im Einzelhandel, im Groß- und Außenhandel sowie Industriekauffrau –, als Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Verkäuferin und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk sowie als Hotelfachfrau und Friseurin abgeschlossen.

Bei den Männern lagen nach dem Kfz-Mechatroniker, der weiterhin mit großem Vorsprung die Spitzenposition einnimmt, der Elektroniker, der Kaufmann im Einzelhandel, der Industriemechaniker, der Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Fachinformatiker, der Verkäufer, die Fachkraft für Lagerlogistik sowie der Kaufmann im Groß- und Außenhandel beziehungsweise der Kaufmann für Büromanagement auf den weiteren Plätzen.

Nach wie vor stehen damit dieselben zehn am stärksten vertretenen Berufe auch 2016 unverändert an der Spitze der Rangliste der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge. Allerdings sind die Fachinformatiker/-innen deutlich von Rang 14 auf Platz 11 „geklettert“ mit rund 12.100 Neuabschlüssen und einem Anstieg von 9,4 %. Abgenommen hat dagegen die Zahl der Neuabschlüsse bei den Bankkaufleuten, die mit rund 9.400 Neuverträgen und einem Minus von 16,9 % im Vergleich zu 2015 von Rang 12 auf Rang 16 in der Rangliste abgerutscht sind.

Die seit 2012 kontinuierlich gestiegene Zahl der Neuabschlüsse bei den Fachinformatikerinnen und -informatikern zeigt, dass die Wirtschaft zunehmend gut ausgebildete IT-Fachleute braucht und sich in der Ausbildung engagiert. Der Beruf Fachinformatiker/-in hat sich dabei zu einer „Kernmarke“ der IT-Berufe entwickelt. Für eine Ausbildung in diesem Beruf haben sich auch 2016 weit überwiegend Männer entschieden, der Anteil der Frauen lag bei nur rund 8 %.

Bei den Bankkaufleuten verdeutlicht dagegen der erneute Rückgang an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen die vom BIBB in Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen erwartete Umstrukturierung hin zu mehr Online-Banking und Filial-Konzentrationen. In diesem Beruf lag 2016 der Anteil der mit Frauen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge etwas höher (52,5 %) als der mit männlichen Auszubildenden (47,5 %).

Die Ranglisten der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge lassen keinen Rückschluss auf die bei den Jugendlichen „beliebtesten“ Ausbildungsberufe zu, da eine Ausbildungsentscheidung auch immer in Verbindung mit dem vorhandenen Ausbildungsplatzangebot gesehen werden muss.

https://www.bibb.de, PM 09/2017 vom 03.04.2017

Auf dem Weg zum virtuellen Hörsaal

20 Projekte deutschlandweit untersuchen, wie digitales Lernen und Lehren ein Studium verbessern können

Lernen Physikstudenten besser, wenn sie digitale Medien nutzen können, um Experimente durchzuführen? Kann eine Online-Lehrplattform Studierenden der Medizin beim Verständnis der Anatomie helfen? Wie kann eine Testsoftware Hochschullehrer bei der Konstruktion und Auswertung von Klausuren unterstützen? Für die meisten Studentinnen und Studenten ist der Umgang mit digitalen Medien heute alltäglich, Universitäten und Fachhochschulen experimentieren mit neuen Formaten. Der Forschungsbedarf zu Nutzen und Grenzen digitaler Medien im Studium ist hoch, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt den Prozess mit der Förderung eines neuen Forschungsfelds zur Digitalisierung in der Hochschulbildung.

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Eine Expertenjury hat 20 Einzel- und Verbundprojekte an insgesamt 39 Instituten deutschlandweit für die Förderung ausgewählt, die jetzt starten. Im Fokus stehen eine ausgewogene Betrachtung von Chancen und Risiken der Forschungsfelder digitaler Hochschulbildung, neue didaktisch-digitale Konzepte und die Einbindung technologischer Neuentwicklungen. Die Forschungsprojekte, die für die nächsten drei Jahre mit insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro gefördert werden, sind ein wichtiger Beitrag zur „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ des BMBF.

„Der Einsatz digitaler Technologien kann dabei helfen, die Hochschullehre zu verbessern. Außerdem bieten digitale Medien interessante neue Möglichkeiten, um auf eine immer heterogenere Studierendenschaft und steigenden Weiterbildungsbedarf zu reagieren. Für eine konstruktive Diskussion über digitalisierte Lehre brauchen wir wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse. Sinn und Nutzen sowie die Lerneffekte durch die Verwendung dieser Technologien müssen intensiv erforscht werden“, sagte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen. „Die Anwendung digitaler Formate führt nicht automatisch zu einer besseren Lehre – von entscheidender Bedeutung sind die didaktischen Konzepte, die hinter der Nutzung digitaler Technologien stehen, um zum Beispiel Studierende aktiver einzubinden.“

In den Projekten wird die Wirksamkeit digitaler Lehr- und Lernformen und ihre organisatorischen Voraussetzungen an Hochschulen untersucht. Dabei geht es etwa um die Frage, wie digitale Lernformen dazu beitragen können, das Lernen für jeden Lerner individueller zu gestalten oder um die Frage, welche Maßnahmen Inklusion am besten fördern. Die Analyse aktueller Trends im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion ist dabei von ebenso großem Interesse wie die optimalen Rahmenbedingungen digitaler Lehre – dazu gehören zum Beispiel Digitalisierungsstrategien der Hochschulen, aber auch Aspekte im Bereich des Datenschutzes und der Datensicherheit.

https://www.bmbf.de, PM 023/2017 vom 13.03.2017

Selbstbestimmt und sicher im Netz

Bundesforschungsministerium baut IT-Sicherheitsforschung aus / Wanka: „Neue Abwehrmöglichkeiten entwickeln“

Die Anzahl und Qualität von Cyberattacken auf private Daten von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Institutionen ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2015 wurden allein auf die deutschen Regierungsnetze im Mittel 15 Angriffe pro Tag registriert, im Jahr 2016 aber täglich bereits 400. Täglich werden 380.000 neue Varianten von Schadprogrammen entdeckt.

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Daher baut das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine Forschung für mehr IT-Sicherheit aus. Dies kündigte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka auf der heute in Berlin beginnenden nationalen Konferenz zur IT-Sicherheitsforschung „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“ an: „Menschen und Unternehmen vernetzen sich immer mehr in der digitalen Welt. Angesichts zunehmender Cyberattacken müssen wir digitale Netzwerke stärker absichern und unsere Daten vor Diebstahl und Missbrauch schützen. Wir werden deshalb die IT-Sicherheitsforschung in Deutschland ausbauen und neue Abwehrmöglichkeiten entwickeln.“

Das BMBF hat dazu heute eine neue Initiative angekündigt, mit der die Gründung von Unternehmen aus der IT-Forschung gefördert werden soll. Die neue Initiative setzt an den drei vom BMBF eingerichteten Kompetenzzentren für IT-Sicherheitsforschung CISPA (Center for IT-Security, Privacy and Accountability), CRISP (Center for Research in Security and Privacy) und KASTEL (Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie) in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe an, die zusammen das größte Cluster für IT-Sicherheitsforschung in Europa bilden. Ziel ist, dass mehr Startups aus den Forschungsergebnissen hervorgehen und die digitale Souveränität Deutschlands stärken.

Ministerin Wanka kündigte für das Frühjahr 2017 auch eine neue Initiative zur Quantenkommunikation an. Diese nutzt einzelne Lichtteilchen, um Informationen zu verarbeiten und zu übertragen. Ziel ist es, hochsichere Kommunikationsverbindungen aufzubauen, bei denen jeder Angriff erkannt wird und deren Verschlüsselung selbst durch leistungsstarke Quantencomputer nicht gebrochen werden kann.

Mit den beiden Initiativen greift das BMBF Forderungen aus dem Positionspapier „Cybersicherheit in Deutschland“ auf, das die Sprecher der Kompetenzzentren auf der Konferenz an die Ministerin übergaben. Für die Cybersicherheit in Europa wird das strategische Ziel der technologischen Souveränität herausgestellt, also der Fähigkeit, die wichtigsten digitalen Schlüsseltechnologien unabhängig und eigenständig zu entwickeln oder hinsichtlich ihrer Sicherheitseigenschaften zu beurteilen. In sieben Thesen werden unter anderem Mindeststandards für die Produkthaftung, Cybersicherheits-Infrastrukturen und eine Innovationsstrategie gefordert, die die IT-Sicherheitsforschung grundlegend einbezieht.

Auf der zweitägigen Konferenz „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“ diskutieren 400 Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsthemen der IT-Sicherheit. Zu den Hauptrednern gehört der Computerviren-Experte Eugene Kaspersky. Im Cafe Moskau ist begleitend zur Konferenz eine umfangreiche Ausstellung zur IT-Sicherheitsforschung zu sehen, die ab Donnerstag, 16. Februar auch interessierten Bürgerinnen und Bürger offen steht. Danach wird die Ausstellung ein halbes Jahr lang im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn gezeigt.

https://www.bmbf.de, PM 013/2017 vom 14.02.2017

Servicetelefon zur Weiterbildung wird dauerhaftes Angebot

Infotelefon bündelt nach erfolgreicher Erprobung dauerhaft nützliche Informationen / Wanka: „Wegweiser durch das vielfältige Angebot“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet ab 1. Januar 2017 dauerhaft einen Telefonservice zur Weiterbildungsberatung an. Unter der Nummer 030 2017 90 90 gibt es an Werktagen zwischen 10 und 17 Uhr eine bundesweite Beratung zu allen Fragen rund um die Weiterbildung. Das „Infotelefon Weiterbildungsberatung“ wurde zuvor zwei Jahre erprobt. Im Jahr 2016 wurden bis Ende November 5715 Personen telefonisch beraten; knapp 63 Prozent der Ratsuchenden waren Frauen. Das BMBF stellt für das Infotelefon jährlich 500.000 Euro bereit.

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„Ein Anruf genügt. Wer Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten sucht, braucht nur zum Telefonhörer zu greifen und beim Infotelefon Weiterbildungsberatung anzurufen. Mit dieser bundesweiten Infrastruktur unterstützen wir Menschen, ihre individuellen Bildungswege zu finden“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

In einer sich wandelnden Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sich beruflich weiter zu qualifizieren. Das Infotelefon hilft Ratsuchenden durch einen einheitlichen und leichten Zugang zu einer anbieterneutralen Weiterbildungsberatung. Individuelle Bildungsabsichten können so konkretisiert und persönliche Bedürfnisse ermittelt werden, um genau die passende Weiterbildung zu finden.

Der bundesweite Telefonservice arbeitet mit bestehenden Beratungsangeboten in den Ländern und Kommunen zusammen und kann Ratsuchende zum Teil direkt an diese Stellen weitervermitteln; derzeit ist dies in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein möglich. Neben den Ländern sind auch die Bundesagentur für Arbeit und die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Partner des „Infotelefons Weiterbildungsberatung“.

Über Videotelefonie wird der Service des Infotelefons auch in deutscher Gebärdensprache angeboten. Gegenwärtig wird die bestehende Website www.der-weiterbildungsratgeber.de zu einem umfassenden Internetportal ausgebaut, das ab Mitte des Jahres den telefonischen Service ergänzen wird.

https://www.bmbf.de, PM 001/2017 vom 02.01.2017

Ausbildungschancen haben sich weiter verbessert

Ausbildungsbilanz 2016 liegt vor / Wanka: „Die duale Berufsausbildung genießt bei Jugendlichen nach wie vor hohe Wertschätzung“

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ergebnisse der Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2016 vorgelegt. Rechnerisch standen 100 nachfragenden Jugendlichen 104,2 Ausbildungsangebote und damit noch mehr als in den Vorjahren gegenüber. „Die Ausbildungschancen für junge Menschen in Deutschland haben sich auch in diesem Jahr weiter verbessert. Trotz demografisch bedingter Rückgänge der Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nur geringfügig zurückgegangen. Dies zeigt die hohe Wertschätzung, die die duale Berufsausbildung bei den Jugendlichen nach wie vor genießt“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

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Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr mit 520.300 gegenüber dem Vorjahr nur leicht rückläufig. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge blieb gegenüber dem Vorjahr mit 502.800 (-500) nahezu stabil, hingegen ging die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge deutlich um 1.300 auf 17.600 zurück. Zur Stabilisierung der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge hat auch das gestiegene Interesse von Abiturientinnen und Abiturienten beigetragen. Im Jahr 2015 schlossen die Betriebe erstmals mehr Ausbildungsverträge mit Studienberechtigten (142.200) als mit Hauptschulabsolventen (137.000) ab. Der kontinuierlich wachsende Anteil der Studienberechtigten belegt die hohe Attraktivität der dualen Berufsausbildung und die mit ihr verbundenen beruflichen Perspektiven. Laut Bundesagentur für Arbeit haben bis zum 30. September zudem 3.600 ihrer Bewerber mit Fluchthintergrund eine Ausbildung neu aufgenommen. Diese Bewerber sind jedoch wahrscheinlich nicht erst vor kurzem in Deutschland angekommen, sondern halten sich schon seit einiger Zeit hier auf.

Bei der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2016 noch 43.500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dies waren 1.900 bzw. 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit fiel die Zahl der noch freien Ausbildungsstellen das siebte Jahr in Folge höher aus als im vorangegangenen Jahr. Für die Ausbildungsbetriebe wird es zunehmend schwieriger, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Dies betrifft insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Deshalb wird das Bundesbildungsministerium diese Unternehmen mit dem Programm JOBSTARTER plus verstärkt bei der Bewerbung und Besetzung ihres Ausbildungsangebots unterstützen.

Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber ist mit 20.600 gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgegangen (-200 bzw. -1,1 Prozent). Auch die Zahl der Bewerber, die eine Alternative zu einer Ausbildung begonnen haben, aber unabhängig davon weiterhin nach einer Ausbildungsstelle suchen, liegt mit 60.100 unter dem Vorjahresniveau (-200 bzw. -0,3 Prozent).

Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt sind weiterhin eine große Herausforderung. Regionen mit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen stehen Regionen gegenüber, in denen es Jugendliche besonders schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Die BIBB-Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird jährlich in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Dabei werden die Ausbildungsverträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden.

https://www.bmbf.de, PM 157/2016 vom 14.12.2016

Neue Informationsstelle für offene Bildungsmaterialien

BMBF fördert Aufklärung und Beratung / Quennet-Thielen: „Wollen zentrale Anlaufstelle für Fragen zu offenen Bildungsmaterialien schaffen“

Um die Potenziale offener Bildungsmaterialien besser zu erschließen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ab sofort den Aufbau einer Informationsstelle für offene Bildungsmaterialien (Open Educational Resources – OER). Ziel ist es, durch Aufklärung und Beratung aus einem Guss OER nachhaltig in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern. Zentrales Element ist dabei der Aufbau eines Webportals, auf dem umfassende Informationen zum Thema bereitgestellt werden. Verantwortlich für den Aufbau der Informationsstelle ist der Deutsche Bildungsserver.

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„Mit der Informationsstelle schaffen wir erstmals eine zentrale Anlaufstelle für OER in Deutschland. Dies ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einer pädagogisch sinnvollen und urheberrechtlich einwandfreien Nutzung von OER in allen Bildungsbereichen“, so Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen anlässlich der Gründung der Informationsstelle OER. Digitale Formate spielen für das Leben, Lernen und Arbeiten eine immer wichtigere Rolle. Offene Bildungsmaterialien sind zu einem wichtigen Bestandteil des digitalen Lernens geworden.

Auch OER-Materialien sind urheberrechtlich geschützt – die Art der Lizenzierung kann es aber erlauben, dass sie verändert und an andere weitergegeben werden. Damit können diese Materialien zwischen Lehrkräften geteilt, im Internet verbreitet und an die speziellen Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden. OER können grundsätzlich in allen Formaten vorliegen, also auch als Druckwerke. Ihre Vorteile kommen aber aus den genannten Gründen hauptsächlich in digitaler Form zum Tragen. OER ersetzen nicht klassische Verlagsprodukte, sondern ergänzen diese.

Die Informationsstelle OER unterstützt alle Interessierten beim Einstieg in das Thema. Das Webportal wird die verschiedenen Bildungsbereiche – Schule, Aus- und Weiterbildung sowie Hochschule – abbilden und passgenaue Informationen für Anwender und Nutzer bereitstellen. Der Aufbau der Informationsstelle wird für einen Zeitraum von zwei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Über die Förderung der Informationsstelle hinaus bringt das BMBF eine Reihe weiterer Projekte mit dem Ziel der Verankerung von OER in den verschiedenen Bildungsbereichen auf den Weg. In insgesamt 23 Projekten werden Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich für die Potenziale und den Umgang mit offen lizenzierten Materialien sensibilisiert. Zudem werden die Akteure für weitere Themen qualifiziert, u.a. zu Fragen von Lizenzierungsmodellen und der Entwicklung partizipativer didaktischer Konzepte. Die Ergebnisse dieser Vorhaben werden ebenfalls über die Informationsstelle der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Projekte sind Teil des Programms „Digitale Medien in der Beruflichen Bildung“.

Das BMBF förderte bereits 2015 das Projekt Mapping OER und eine Machbarkeitsstudie zu digitalen Infrastrukturfragen. Die Ergebnisse dieser Aktivitäten haben bereits dazu beigetragen, Strategien zur Verbreitung und Nutzung von OER zu entwickeln. Bund und Länder haben sich zudem darauf verständigt, die Verankerung von offenen Bildungsmaterialien in Deutschland zu unterstützen.

https://www.bmbf.de, PM 130/2016 vom 02.11.2016

82 Prozent der 14 bis 19 Jährigen sind mit digitalen Techniken motivierter Neues zu lernen.

Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sehen den Einsatz digitaler Technologien in der Bildung überwiegend positiv. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, der „Zukunftsmonitor“ des Bundesbildungsministeriums.

Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Umfrage „ZukunftsMonitor“, bei der 1.064 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über 30 Fragen zum Thema „Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt“ beantwortet haben.* Die jüngsten Befragten waren 14 Jahre, die/der älteste Befragte 95 Jahre alt.

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Grundsätzlich werden digitale Technologien positiv gesehen: Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger verbinden damit in der Bildung eher Chancen als Risiken. Je jünger, desto positiver die Einschätzung der digitalen Technologien: 80 Prozent der 14 bis 39-jährigen finden, dass digitale Technologien das lebenslange Lernen erleichtern. Und 82 Prozent der 14 bis 19-Jährigen glauben, mit digitalen Techniken motivierter zu sein, neue Dinge zu lernen.

Das BMBF fördert bereits verschiedene Modellprojekte für die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernformate in der beruflichen Bildung und in der Hochschullehre. Für die Schulen hat das BMBF vergangene Woche den Vorschlag für einen DigitalPakt#D mit den Ländern vorgelegt, damit die Schulen in Deutschland in Zukunft fit für die Digitalisierung sind.

Der ZukunftsMonitor ist Teil der Bürgerdialoge des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, in denen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen. „Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt“ wird am nächsten Bürgerdialog am 24.10.2016 im BMBF diskutiert.

https://www.bmbf.de, Mitteilung in „Darüber spricht man“ vom 18.10.2016

Berufliche Bildung in Deutschland leistungsstark und zukunftsweisend

OECD-Studie belegt positive Ergebnisse für Deutschland im Übergang von Bildung in das Berufsleben und bei den MINT-Absolvierenden

Hohe Beschäftigungsquoten und eine starke Ausrichtung auf die Bedarfe der Digitalisierung stärken den Innovationsstandort Deutschland. Der diesjährige OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2016“, der von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 15. September 2016 gemeinsam mit der OECD in Berlin vorgestellt wurde, bescheinigt Deutschland ein zukunftsweisendes Bildungssystem.

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„Der Übergang von Bildung in das Berufsleben funktioniert in Deutschland so gut wie in fast keinem anderen Land“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bei der Präsentation der Ergebnisse. Die Erwerbslosenquote in Deutschland liegt in allen Bildungsbereichen unter dem OECD-Durchschnitt. Im Tertiärbereich beträgt die Quote der Erwerbslosen nur 2,3% (OECD-Durchschnitt: 4,9%.) Auffallend niedrig ist die Erwerbslosenquote mit 4,3% insbesondere auch für Personen mit mittleren Qualifikationen, also einem Abschluss im Sekundarbereich II bzw. im postsekundaren, nicht-tertiären Bereich (OECD-Durchschnitt: 7,3%). Diese Quote hat sich in den letzten 10 Jahren in Deutschland mehr als halbiert (Rückgang von 11,0% in 2005 auf 4,3% in 2015) während sie im OECD-Durchschnitt gestiegen ist (von 6,3% in 2005 auf 7,3% in 2015).

Die positiven Beschäftigungsergebnisse sind eng mit den Stärken des beruflichen Bildungssystems in Deutschland verknüpft. Mehr als die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen (51%) wählt diesen Weg als Einstieg in eine qualifizierte Berufs- bzw. Erwerbstätigkeit. Dies ist der zweithöchste Wert im OECD-Vergleich (OECD-Durchschnitt: 26%). Um das duale System in Deutschland auch zukünftig so erfolgreich zu gestalten, wird es, auch im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung, verstärkt darum gehen, die berufliche Bildung auf neue Anforderungen des Arbeitsmarktes auszurichten und Qualifizierungsmöglichkeiten noch stärker in den Blickpunkt zu rücken.

„Ich habe daher in der letzten Woche die Initiative Berufsausbildung 4.0 gestartet, mit der wir als BMBF die Digitalisierung in der Ausbildung schneller voranbringen wollen“, so Wanka weiter. Das bedeute konkret, dass beispielsweise ein Industrieroboter oder 3D-Drucker schon in der Ausbildung verfügbar sein müssten. Das bedeute aber auch, dass Ausbilder und Betriebe wissen müssten, wie sie digitale Medien in der Berufsbildung einsetzen könnten. „Es geht also um Kompetenzvermittlung und frühzeitige Qualifikation“, betonte die Ministerin.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, Mitglied der Kultusministerkonferenz: „Leseverständnis, Alltagsmathematik und grundlegende IT-Kenntnisse stellen heute unverzichtbare Basiskompetenzen für eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe dar. Neben der Förderung der Lese- und mathematischen Kompetenzen in der Schule wollen wir deshalb deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, um die digitale Bildung zu verbessern. Zahlreiche Unterrichtsfächer bieten dafür Anknüpfungspunkte. Mit digitalen Medien im Unterricht können wir einerseits die Schülerinnnen und Schüler besser auf die Anforderungen im Studium und Beruf vorbereiten, andererseits bieten digitale Medien auch viele pädagogische Verbesserungen für guten Unterricht und gelungenes Lernen.“

Ein weiteres wichtiges Thema betrifft den Bereich Bildung und Integration in der Zuwanderungsgesellschaft. Deshalb hat sich die Kultusministerkonferenz dies zum Schwerpunktthema 2016 gesetzt. Flüchtlinge sollen zeitnah in die Lage versetzt werden, die deutsche Sprache zu lernen, um eine Berufsausbildung oder auch ein Studium aufzunehmen und mit Erfolg abzuschließen. Dafür ist die schnelle Bewertung der mitgebrachten ausländischen Qualifikationen von besonderer Bedeutung. „Deshalb freue ich mich besonders, dass die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) mit ihren bewährten Anerkennungsstrukturen weiter ausgebaut wurde“, unterstrich Rabe. „Dadurch ist es jetzt leichter, die Qualifikationen von Zuwanderern schneller anzuerkennen und ihnen so den Einstieg in den Beruf zu erleichtern“.

Eine Schlüsselrolle spielen in allen Bereichen die Lehrerinnen und Lehrer. Die Altersstruktur hat sich insgesamt verjüngt. So ist im Sekundarbereich der Anteil der unter 40-jährigen Lehrkräfte von 21% (2005) auf 27% (2014) gestiegen. Die in den Ländern nicht zuletzt als Reaktion auf die hohe Zuwanderung stärkere Neueinstellung von Lehrkräften wird auch zu einer weiteren Verjüngung des Lehrpersonals beitragen. Rabe: „Die Länder haben in den vergangenen Monaten ihre Anstrengungen zur Deckung des Lehrkräftebedarfs erheblich gesteigert und bereits viele neue Lehrkräfte eingestellt. Um möglichst schnell die Lücken zu füllen, wurden außerdem die Möglichkeiten für den Seiteneinstieg ins Lehramt erweitert.“

Der OECD-Bericht zeigt außerdem, dass die Natur- und Ingenieurwissenschaften in Deutschland überdurchschnittlich beliebt sind. Der Anteil der Absolvierenden der Naturwissenschaften lag im Jahr 2014 für alle drei Bildungsabschlüsse im Tertiärbereich (Bachelor bzw. gleichwertige berufliche Programme, Master, Promotion) mit jeweils 12%, 16% und 32% über den OECD-Durchschnittswerten (9%, 8%, 27%). Auch bei den Ingenieurwissenschaften sind die deutschen Absolvierenden überdurchschnittlich stark vertreten mit 24%, 16% und 11% (OECD-Durchschnitte: 13%, 13%, 17%).

„Diese Zahlen zeigen, dass die Potenziale der Digitalisierung und Automatisierung mit diesen Qualifikationen gut genutzt werden können. Die vielen hochqualifizierten jungen Menschen sind unverzichtbar für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland. Zu diesen Hochqualifizierten zählen wir selbstverständlich auch die Meister und Techniker, die in der internationalen Klassifizierung im Tertiärbereich verankert sind“, sagte Wanka abschließend.

https://www.bmbf.de, Pressemitteilung 106/2016

Neues im Netzwerk für Ausbilderinnen und Ausbilder

BIBB-Internetportal „foraus.de“ mit Relaunch, Workshops und Online-Umfrage

Das Internetportal „foraus.de“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) präsentiert sich nach einem Relaunch nicht nur in neuem Design, sondern bietet Ausbilderinnen und Ausbildern auch vielfältige neue und aktuelle Angebote, Informationen und Workshops: So wird im Lernzentrum von foraus.de das Konzept „Kompetenzwerkstatt“ zur handlungsorientierten, lernortübergreifenden Ausbildung präsentiert und über Anwenderworkshops zur Nutzung digitaler Medien im Ausbildungsalltag informiert. Ausbilderinnen und Ausbilder können zudem zum Thema „Einsatz digitaler Medien im Betrieb“ noch bis zum 30. September an einer Online-Befragung teilnehmen. Sie unterstützen so die Entwicklung geeigneter, praxisrelevanter Materialien zur Förderung der Medienkompetenz.

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Im foraus.de-Netzwerk stehen Ausbilderinnen und Ausbildern zahlreiche Angebote zur Diskussion, Recherche und Unterstützung ihrer täglichen Ausbildungspraxis zur Verfügung. Das Portal bietet unter anderem ein Forum zum Erfahrungsaustausch, Lernbausteine zum Selbstlernen im Lernzentrum, Weiterbildungsangebote und hilfreiche Hinweise für das Ausbildungspersonal.

Eine Reihe von Features, mit deren Hilfe der online-gestützte Informationsaustausch übersichtlicher und strukturierter möglich ist, wurde überarbeitet oder neu in das Portal integriert:

– Das Konzept „Kompetenzwerkstatt“ richtet seinen Blick auf die Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Es zeigt, wie die Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt didaktisch, methodisch und medial zeitgemäß aufgegriffen werden können. Mithilfe der Kompetenzwerkstatt lässt sich eine attraktive, qualitativ hochwertige und effektive Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule realisieren, die sich an beruflichen Arbeitsprozessen orientiert, zielgerichtet digitale Medien einsetzt und so die Kompetenzen der Auszubildenden fördert. Die Praxishandreichungen „Kompetenzwerkst@tt“ führen vom Curriculum zum softwaregestützten beruflichen Lernen. Für foraus.de entwickelte Erklärvideos erleichtern die Umsetzung im betrieblichen Ausbildungsalltag.

– Zentrales Anliegen der Online-Befragung zum Einsatz digitaler Medien im Betrieb ist, durch die Einschätzungen und Expertisen der Fachleute aus der Praxis Informationen darüber zu erhalten, wie grundlegende Anforderungen an eine medienpädagogische Kompetenz des Aubildungspersonals zu gestalten sind. Auf dieser Basis sollen anwendungsorientierte Angebote zur Unterstützung des Ausbildungspersonals entwickelt werden. Die Online-Befragung erfolgt im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts „Digitale Medien in der betrieblichen Berufsausbildung – Medienaneignung und Mediennutzung in der Alltagspraxis von betrieblichem Ausbildungspersonal“.

– Passend hierzu wird die Ausbildungspraxis in Anwenderworkshops über die Nutzung digitaler Medien im Ausbildungsalltag informiert. Der nächste Workshop findet am 21. September 2016 in Dresden statt, weitere folgen in Hamburg am 13. Oktober und in Saarbrücken am 2. November.

Zum Hintergrund:
foraus.de richtet sich mit seinen Angeboten an haupt- und nebenberufliche Ausbilderinnen und Ausbilder, an ausbildende Fachkräfte in Betrieben, an Multiplikatoren zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals sowie an Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter im Bereich der betrieblichen, überbetrieblichen und außerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung. Weiterhin werden mit den Informationen und Diensten von foraus.de leitendes Personal im beruflichen Bildungswesen, Verantwortliche im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung sowie Personen, die an pädagogischen Prozessen und innovativen Entwicklungen in der beruflichen Bildung interessiert sind, angesprochen. Mit den Online-Services von foraus.de leistet das BIBB einen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildungspraxis.

https://www.bibb.de, Pressemitteilung 37/2016

Die Zukunft der IT-Berufe

BIBB startet Online-Befragung zur möglichen Novellierung der Ausbildungsberufe

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) prüft aktuell den Modernisierungsbedarf der vier dualen IT-Berufe Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau sowie Informatikkaufmann/-frau. Ziel dieses im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführten Projekts ist es, die aktuellen und künftigen Anforderungen an IT-Fachkräfte zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die weitere Ausgestaltung der IT-Berufe zu erarbeiten.

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Um eine möglichst breite Beteiligung an diesem Prozess zu gewährleisten, hat das BIBB jetzt eine Online-Befragung gestartet. Die Befragung richtet sich vor allem an Betriebe, die in diesen Berufen ausbilden, ausgebildet haben oder eine Ausbildung planen. Angesprochen sind das Leitungspersonal, Personal- und Ausbildungsverantwortliche, IT-Fachkräfte, Auszubildende, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Berufsschullehrer/-innen. Die Umfrage ist ab sofort im Internet unter der Adresse https://uzbonn.de/it-berufe-aktuell zu erreichen. Sie endet am 25. Mai 2016. Die Ergebnisse der Online-Befragung fließen in den Abschlussbericht des Projekts ein, mit dessen Veröffentlichung im Herbst 2016 zu rechnen ist.

Die Einführung der vier IT-Berufe im Jahr 1997 war eine Erfolgsgeschichte in der dualen Berufsausbildung. Seither wurden rund 200.000 Fachkräfte ausgebildet. Die hohe Attraktivität der Ausbildung liegt insbesondere in der Kombination von breit angelegten gemeinsamen Kernqualifikationen mit profilgebenden Fachqualifikationen. Mit ihrer flexiblen Struktur und dem an der betrieblichen Praxis ausgerichteten Prüfungsmodell erfüllten die IT-Berufe lange Zeit die Anforderungen der Betriebe und schufen für die Absolventinnen und Absolventen gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Zahl der in diesen Berufen jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt bei rund 15.000, wobei insbesondere der Beruf des Fachinformatikers/der Fachinformatikerin großen Zuspruch erfährt.

Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt verändern sich jedoch zunehmend die Anforderungen an die Beschäftigten. Ausschlaggebend hierfür sind nicht nur technische Entwicklungen im Bereich der Hard- und Software sowie der Datenspeicherung, Datenübertragung und IT-Sicherheit, sondern auch neue integrierte Ansätze und Schnittstellen zwischen Informations- und Produktionstechnik. Hier entstehen zum Teil neue und sehr komplexe Aufgaben für IT-Fachkräfte mit der Folge, dass Schnittstellenkompetenzen zwischen den Bereichen Informatik, Betriebswirtschaft, Kommunikation und Mediengestaltung an Bedeutung gewinnen.

https://www.bibb.de, Pressemitteilung 18/2016

Große Mehrheit für bundesweites Anerkennungssystem für Kompetenzen

Ergebnisse des BIBB-Expertenmonitors zum informellen und non-formalen Lernen

Dem informellen und non-formalen Lernen in Deutschland kommt eine hohe Bedeutung zu. Drei von vier Berufsbildungsexpertinnen und -experten wünschen sich eine stärkere Würdigung individueller Lernergebnisse, die außerhalb von Schulen, Ausbildung oder Hochschulen erworben werden. 70 % der befragten Expertinnen und Experten sprechen sich für ein deutschlandweit einheitliches Anerkennungssystem aus. Dies sind Ergebnisse einer Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung unter mehr als 300 Berufsbildungsfachleuten im Rahmen des „BIBB-Expertenmonitors Berufliche Bildung“.

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Mehr als 80 % der Befragten aus Arbeitnehmerorganisationen, Forschung und Weiterbildung befürworten ein bundesweites Anerkennungssystem für berufliche Kompetenzen. Auch bei Befragten aus Betrieben (rund 73 %) und Kammern (rund 62 %) findet diese Forderung eine Mehrheit. Lediglich die befragten Vertreterinnen und Vertreter aus Arbeitgeberorganisationen und Schulen äußern sich zurückhaltender (rund 48 beziehungsweise rund 50 % Zustimmung). BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser betont: „Um bislang ungenutzte Potenziale zu erschließen, benötigen wir für Menschen, die auf informellem Weg Kompetenzen erworben haben, verbesserte Möglichkeiten der formalen Anerkennung. Für eine solche Kultur der Anerkennung ist aber ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln aller am Bildungsprozess beteiligter Akteure erforderlich.“

Drei von vier Befragten betonen, dass sich durch eine verbesserte Anerkennung des informellen und non-formalen Lernens die beruflichen Chancen des Einzelnen verbessern lassen. Dies träfe insbesondere auf An- und Ungelernte zu. „Fehlende formale Qualifikationsnachweise sind gerade für Menschen ohne Abschluss oder Geringqualifizierte eine oft unüberwindbare Hürde auf dem Weg ins Berufsleben, obwohl sie Fachkenntnisse und Erfahrung besitzen. Ein einheitliches Anerkennungssystem für informelle Kompetenzen hilft vor allem den Menschen, die ihre Fähigkeiten bisher nicht auf dem Papier nachweisen können“, erklärt Dr. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Nach Meinung der Autorengruppe verbessert ein solches Anerkennungssystem auch die Chancen auf qualifizierte Beschäftigung für geflüchtete Menschen, die häufig keine formal anerkannten Kompetenzen mitbringen. Aber nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Betriebe können nach Auffassung der Expertinnen und Experten von einer verbesserten Anerkennung profitieren. Rund 60 % der Befragten aus Betrieben gehen davon aus, dass dies eine sinnvolle Maßnahme darstellt, um dem erwarteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Bisher eingesetzte Instrumente zur Kompetenzerfassung, wie der ProfilPASS, basieren größtenteils auf Selbsteinschätzungen und werden von den Fachleuten als unzureichend kritisiert. Auch die sogenannte Externenprüfung zur Erfassung der Fertigkeiten kann noch nicht überzeugen. Die Expertinnen und Experten plädieren bei der Kompetenzerfassung und -bewertung daher für die Nutzung von Arbeitsproben und Testverfahren. Referenzen und Zeugnisse seien dagegen weniger aussagekräftig.

Für knapp 40 % der Expertinnen und Experten sollte eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu einem anerkannten Zertifikat führen, das einem formalen Berufsabschluss gleichgestellt ist. Eine große Mehrheit der Befragten befürwortet zudem die Anerkennung von Teilqualifikationen und sieht eine Leistung der Anerkennungsverfahren unter anderem darin, Prüfungszugangsberechtigungen zu erwerben. Mit der Zertifizierung informellen und non-formalen Lernens sollte nach einhelliger Meinung der Fachleute ein „glaubwürdiger Akteur“ beauftragt werden, um die Akzeptanz und Nutzung dieser Zertifikate auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Begleitet werden sollte das Anerkennungsverfahren durch eine umfassende Beratung sowie eine finanzielle Förderung finanzschwacher Zielgruppen. Dabei sprechen sich die Fachleute mehrheitlich für einen Mix aus finanzieller Selbstverantwortung der Teilnehmenden sowie einer Bezuschussung durch die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft aus.

Der Rat der Europäischen Union hat in einem Beschluss vom Dezember 2012 eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten ausgesprochen, bis zum Jahr 2018 nationale Regelungen für eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu entwickeln. Dass dies bis 2018 in Deutschland tatsächlich realisiert wird, bezweifeln über 70 % der Fachleute.

Die BIBB-Befragung erfolgte im August/September 2015 innerhalb des „Expertenmonitors Berufliche Bildung“. Hierbei handelt es sich um ein etabliertes Online-Befragungssystem des BIBB mit dem Ziel, Meinungen von Berufsbildungsfachleuten zu aktuellen Fragestellungen einzuholen und diese in die bildungspolitische Diskussion einzubringen.

https://www.bibb.de, Pressemitteilung 15/2016

Aus Meister-BAföG wird familienfreundliches Aufstiegs-BAföG

Bundestag beschließt Novelle des AFBG / Wanka: „Eine hervorragende Chance für jene, die mit Familie mitten im Leben stehen“

Der Bundestag hat heute in dritter Lesung die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) beschlossen. Mit der Novelle werden die AFBG-Förderleistungen deutlich verbessert. Zusätzlich wird die AFBG-Förderung auf Bachelorabsolventinnen und -absolventen und Zugänge zur Fortbildungsprüfung ohne Erstausbildungsabschluss erweitert.

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„Wir setzen mit der Novelle des AFBG ein klares familienfreundliches Zeichen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Die Fortbildungen zur Meisterin, Fachwirtin oder zum Erzieher mit AFBG-Förderung sind eine hervorragende Aufstiegschance für jene, die mit Familie bereits mitten im Leben stehen. Deshalb haben wir besonders die AFBG-Leistungen für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger mit Familie ausgebaut sowie die zeitliche Flexibilität während der Förderung erhöht.“

Ab dem 01. August wächst mit der Novelle für AFBG-Geförderte in Vollzeitlehrgängen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher der AFBG-Zuschussbetrag bei der AFBG-Unterhaltsförderung von 238 auf 333 Euro. Der restliche Förderbetrag bis zum monatlichen Budget von zukünftig 768 Euro steht als zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Bei einem verheirateten Geförderten mit zwei Kindern ist der Schritt beim maximalen Zuschussbetrag von 448 Euro auf 711 Euro bei einem Budget von zukünftig 1.473 Euro noch größer (plus 59 Prozent).

245 Millionen Euro zusätzlich werden alleine in den nächsten vier Jahren eingesetzt. Gemessen an 2005 haben sich mit dieser Novelle die jährlich eingesetzten Mittel für das AFBG mehr als verdoppelt.

Mit dem AFBG werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung altersunabhängig finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. 2014 wurden rund 172.000 Personen mit AFBG unterstützt. Seit Bestehen des Meister-BAföG (1996) konnten rund 1,7 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern und Ausbildern für Fachkräfte von morgen mit einer Förderleistung von insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro ermöglicht werden.

https://www.bmbf.de, Pressemitteilung 022/2016

Ausbildungsbilanz 2015 liegt vor

Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge gestiegen / Wanka: „Ausbildungschancen für junge Menschen haben sich verbessert“

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ergebnisse der Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2015 vorgelegt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr mit 522.200 gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.100 auf 503.200, hingegen ging die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge um 1.200 auf 19.000 zurück. Rechnerisch standen 100 ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen 103,7 Ausbildungsangebote und damit mehr als in den Vorjahren gegenüber.

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Auf der anderen Seite waren bei der Bundesagentur für Arbeit im September 2015 noch 41.000 Ausbildungsstellen als unbesetzt gemeldet. Dies waren 3.900 mehr (+ 10,4 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber ist mit 20.700 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (- 0,8 Prozent). Auch die Zahl der Bewerber, die eine Alternative zu einer Ausbildung begonnen haben, aber unabhängig davon weiterhin nach einer Ausbildungsstelle suchen, liegt mit 60.100 unter dem Vorjahresniveau (- 0,4 Prozent). Zudem ging die Zahl der Altbewerber, die sich bereits in einem der letzten fünf Jahre um eine Ausbildung bemüht hatten, auf 201.500 (- 2,7 Prozent) zurück.

„Die Ausbildungschancen für junge Menschen in Deutschland haben sich weiter verbessert. Bei den Jugendlichen genießt die duale Berufsausbildung nach wie vor eine hohe Wertschätzung. Das zeigt die stabile Zahl der neu abgeschlossenen Verträge“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt sind weiterhin eine große Herausforderung. Regionen mit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen stehen Regionen gegenüber, in denen es Jugendliche besonders schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Betriebe und Auszubildende besser zusammenzubringen, wird ein Schwerpunkt der Arbeit in der Allianz für Aus- und Weiterbildung sein.

Die Ausbildungsbetriebsquote ist 2014 nach Berechnungen des BIBB auf Grundlage der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2013 gesunken und erreichte einen Wert von 20,3 Prozent. Wie schon im Vorjahr ist dieser Rückgang fast ausschließlich auf den rückläufigen Bestand an Ausbildungsbetrieben im kleinstbetrieblichen Bereich zurückzuführen. „Hier werden wir mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus aktiv und fördern regionale Projekte, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der betrieblichen Ausbildung unterstützen. Damit wollen wir einen Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen leisten und so dem Trend zu einer sinkenden Ausbildungsbetriebsquote entgegen wirken“, sagte Wanka.

Die BIBB-Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird jährlich in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Dabei werden die Ausbildungsverträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/ausbildungsbilanz-2015-liegt-vor-2220.html

Größtes europäisches Forschungszentrum für IT-Sicherheit gegründet

Bund und Land Hessen stärken Forschung zur IT-Sicherheit in Darmstadt / Wanka: „Wir wollen, dass das Internet zuhause und unterwegs sicher ist“

In Darmstadt entsteht das größte europäische Kompetenzzentrum für IT-Sicherheitsforschung in Europa – das „Center for Research in Security and Privacy“ (CRISP). Die Bundesregierung und das Land Hessen vereinigen hierfür ihre bisherigen Darmstädter Zentren „European Center for Security and Privacy by Design“ (EC-SPRIDE) und „Center for Advanced Security Research Darmstadt“ (CASED). Das CRISP wird seinen Forschungsschwerpunkt auf „Security at Large“ legen, somit neue Methoden und Lösungsansätze für die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre in sehr großen komplexen und vernetzten Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert CRISP in den kommenden vier Jahren mit rund 17 Millionen Euro, das Land Hessen wird bis 2018 knapp neun Millionen Euro zusätzlich investieren. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten heute Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier an der Technischen Universität in Darmstadt.

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„Wir wollen das Internet und die praktischen digitalen Dienste zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs sicher nutzen können, ohne dabei ungewünscht persönliche Daten preiszugeben. Dafür brauchen wir Schutzmöglichkeiten, die zuverlässig und einfach zu bedienen sind“, sagte Bundesministerin Wanka bei der Unterzeichnung. Darmstadt habe sich zum größten Standort für Forschung zur IT-Sicherheit in Deutschland und Europa entwickelt und sich ein hervorragendes Renommee erarbeitet, so Wanka.

An dem neuen Zentrum forschen rund 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den Themen IT-Sicherheit und Schutz der Privatsphäre. Im Zentrum der Arbeiten stehen beispielsweise sichere Internet-Infrastrukturen und Web-Anwendungen. Forscher des EC SPRIDE entwickelten unter anderem ein Instrument, das schwierig zu entdeckende sogenannte schlafende Schadsoftware auf Android-Systemen in Sekundenschnelle enttarnt.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Aktivitäten von Bund und Land in einem international sichtbaren Zentrum zusammenzufassen“, betonte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „Wir werden den Standort als national und international sichtbaren Hotspot der Spitzenforschung im Bereich der IT-Sicherheit weiter gemeinsam ausbauen und auch in Zukunft die exzellenten Forschungskapazitäten vor Ort bündeln.“

Am CRISP sind neben der Technischen Universität Darmstadt auch die Fraunhofer-Institute für Sichere Informationstechnologie SIT und für Graphische Datenverarbeitung IGD sowie die Hochschule Darmstadt beteiligt.

CRISP ist eines von drei Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung, die vom BMBF seit 2011 mit insgesamt rund 8,4 Millionen Euro gefördert worden sind. Die Kompetenzzentren in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe haben sich zu wichtigen und erfolgreichen Impulsgebern in der IT-Sicherheit entwickelt. Aus diesem Grund erhöht das BMBF seine Förderung der Zentren auf rund 40 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre. Die Kompetenzzentren sind Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015 – 2020“. Das Programm setzt die Ziele der „Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland“ um, mit der die Bundesregierung aus Ideen Innovationen macht und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpft.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/groesstes-europaeisches-forschungszentrum-fuer-it-sicherheit-gegruendet-2023.html

Master oder Meister?

Ein Gastkommentar zur Attraktivität der beruflichen Bildung von Bundesministerin Johanna Wanka im „Handelsblatt“ vom 14.10.2015.

In den letzten Monaten haben wieder viele junge Menschen nach dem Schulabschluss ihre Bildungsentscheidung getroffen: Hochschule oder Ausbildung? Verspricht der eine Weg bessere Chancen als der andere?

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Die Erwerbslosenquote bei Hochschulabsolventen lag 2013 nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei 2,5 Prozent – die Gesamtquote hingegen betrug 5,4 Prozent. Und ein Hochschulabsolvent verdient in Deutschland laut OECD über 80 Prozent mehr als jemand mit einem Abschluss im Sekundarbereich II, also Abitur oder einer Berufsausbildung.

Genauso attraktiv ist aber eine Karriere im beruflichen System. Vor allem wenn man mit einem Abschluss zum Meister, Fachwirt oder Techniker ein Niveau erreicht, das einem Hochschulabschluss vergleichbar ist. Hier liegt die Erwerbslosenquote seit 2012 kontinuierlich sogar noch unter der für Hochschulabsolventen, 2013 waren es nur zwei Prozent. Meister verdienen laut OECD knapp 50 Prozent mehr als jemand mit einem Abschluss im Sekundarbereich II.

Die entscheidende Ziffer für die Zukunft unseres gesamten Bildungs- und Qualifizierungssystems ist für mich die der Schulanfänger. Deren Zahl lag im vergangenen Jahr um knapp 14 Prozent unter der von 2004/2005.

Das bedeutet: Die Zeiten, in denen auf der einen Seite Arbeitgeber und Träger sich bei der Besetzung ihrer Angebote auf die Auswahl konzentrieren und auf der anderen Seite die Hochschulen sich auf das „Aussieben“ der ihnen zugeteilten jungen Menschen beschränken konnten, dürften bis auf weiteres vorbei sein.

An den Hochschulen sehe ich eine Dynamik wie seit der Bildungsexpansion der siebziger Jahre in Westdeutschland nicht mehr. Der Bund hilft den Ländern mit Milliarden über die Hochschulpakte oder die vollständige Finanzierung des Bafögs bei der Verbesserung der Qualifizierungsangebote an Hochschulen.

Im dualen System sind die Betriebe die Anbieter von Berufsausbildungen. Während Weiterbildung zu 70 Prozent von den Betrieben gefördert wird, werden die aufwendigen – und oft mehrjährigen – Aufstiegsqualifizierungen zu weniger als zehn Prozent finanziell von den Arbeitgebern unterstützt. Bei der Finanzierung einer solchen Aufstiegsfortbildung einschließlich des Lebensunterhalts – wenn für eine Vollzeitfortbildung die Berufstätigkeit unterbrochen werden muss – helfen Bund und Länder seit 1996 daher mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), dem sogenannten Meister-Bafög. Seither wurden rund 1,7 Millionen berufliche Aufstiege zu Fachkräften, Führungskräften und selbstständigen Unternehmern mit insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro ermöglicht.

An diesem Mittwoch werde ich dem Bundeskabinett eine Novelle des Meister-Bafögs mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro allein bis 2019 vorschlagen. Damit möchte ich die Leistungen im AFBG verbessern, den Zugang erweitern, die Flexibilität erhöhen sowie die Verfahren modernisieren. Wenn das Gesetz zum August 2016 zusammen mit den Verbesserungen beim Bafög in Kraft tritt, steht dieser Qualifizierungsweg am Ende der Legislaturperiode mehr jungen Menschen als je zuvor offen.

Quelle: https://www.bmbf.de/de/master-oder-meister-1784.html